Auf Seite 26 weisen ihre Kosenamen, die sie von Ill in ihren Jugendjahren erhalten hatte, auf ihre vergangene Persönlichkeit hin, die einen grossen Einfluss auf ihr jetziges Verhalten hat. „Wildkätzchen“ verdeutlicht das unbändige und selbstständige an ihr – vor allem „-kätzchen“ zeigt ihren eigensinnigen Charakter –, das „Zauberhexchen“ deutet auf ihre unberechenbare und mysteriöse Seite hin. Dürrenmatt wählte absichtlich die Verniedlichungsform für die Vergangenheit, den mit der Annahme, dass sich Persönlichkeiten nie wirklich ändern, kann man die Parallele zur Gegenwart ziehen: Wildkatze und Zauberhexe bekommen einen gefährlicheren Beigeschmack und lassen den Leser ihre weiteren Handlungen schon vorahnen.
Ein weiteres, meisterhaft gewähltes Attribut ist die Prothese. Prothesen sind hart und verweisen auf einen Unfall hin, wo man etwas verloren hatte. Bei Claire Zachanassian wäre der Unfall ihr Kind und der verlorene Prozess, in dem sie die Liebe zu Ill verloren hatte und sie dann durch den Wunsch nach Gerechtigkeit, also die Prothese ersetzte. Dies wird vor allem auf Seite 39/40 deutlich, als er ihre vermeintlich echte und vertraute Hand küsst und dann entsetzt feststellen muss, dass auch diese nur eine Prothese aus Elfenbein ist. Des weiteren steht die Prothese für einen Unfall, den man überlebt hat, was nahe legt, dass Claire Zachanassian nicht kleinzukriegen ist, wie sie auch selbst auf Seite 40 erklärt: „Bin nicht umzubringen.“
Womöglich das spannendste und unklarste Attribut findet sich auf Seite 34, wo der Lehrer sie als „zweite Lais“ bezeichnet. Die Lais, wie Nachforschungen auf Wikipedia ergeben, sind zwei Hetären im antiken Griechenland gewesen, die beide in Korinth wirkten. Hetären waren Prostituierte, die aber damals einen guten Ruf genossen, da sie gebildet und sozial anerkannt waren. Vermutlich bezieht sich Dürrenmatt hier auf die Lais von Korinth (die andere hiess Lais von Hykkara), da man viele Vergleiche machen kann: Beide waren schön und besassen eine gewisse Charme. Auch lehnte einer ihrer Liebhabern, Eubotas, ihr Heiratsantrag ab, was möglicherweise auf die Beziehung mit Ill hinweisen könnte. Genauso gut könnte es aber auch Diogenes sein, dessen Geliebte Lais unentgeltlich gewesen war.
Der Lehrer setzte dieser Name vor allem mit ihr in Verbindung, da sie schon sieben Ehemänner hintereinander hatte, doch man kann annehmen, dass Dürrenmatt auch auf einen weiteren geschichtlichen Kontext hinweisen wollte.
Auf der gleichen Seite bezeichnet sie der Lehrer als Klotho. Diese war neben Lachesis und Atropos in der griechischen Mythologie eine der Moiren. Diese waren zuständig dafür, die Lebensfäden zu spinnen (Klotho), zu vermessen (Lachesis) und dann abzuschneiden (Atropos). Der Lehrer (also Dürrenmatt) verweist auf das Beeinflussen der Schicksale, dass Claire Zachanassian nun beginnt. Da ich dass Buch nur bis zum ersten Akt gelesen habe, wäre ich beim Weiterlesen nicht überrascht, wenn sie als Lachesis und schlussendlich als Atropos bezeichnet werden würde, da dass perfekt Bezug auf ihre Rolle in der Geschichte nähme.
Das finale Attribut gibt Claire Zachanassian auf Seite 38 sich selber: „ Und ich bin die Hölle geworden.“ Dieses Attribut wird in verschiedenen Szenen als Vorahnung angedeutet, wie zum Beispiel die verschiedenen Personen, denen sie einen Tod in der Stadt prophezeit. Auf Seite 21 spricht der Bahnhofsvorstand aus, was alle denken, zwar, dass die Naturgesetze aufgehoben sind. Gott oder Hölle, dass ist es, was sich hier für eine Frage stellt. Gott einerseits, da Claire Zachanassian die letzte Hoffnung für die Güllener darstellt, Hölle anderseits, weil sie Ill indirekt umringen will und somit die Güllener zu einer unmoralischen Tat anstiftet. In dem am Anfang dieses Absatzes zitierten Satzes verdeutlicht es Dürrenmatt: Beides – und somit Claire Zachanassian – wird für die Güllener zu ein und demselben.
Sonntag, 27. März 2011
Samstag, 19. März 2011
Samstag, 5. März 2011
Das Theater und ich
In meiner bisherigen Laufbahn in der Schule bin ich noch nie mit dem Theater direkt in Berührung gekommen. Unser Lehrstoff im Untergymnasium war mehr auf gängiges Literaturlehrmittel als auf Drama ausgerichtet, so beschränkt sich mein detailliertes Wissen übers Theater nur auf zwei Werke: Nathan der Weise und Emilia Galotti, beide von Lessing. Gefallen haben sie mir nicht schlecht, doch vorzustellen, wie sie auf einer „richtigen“ Bühne aufgeführt werden, fiel mir schwerer.
Dass liegt vermutlich daran, dass ich bisher noch nie ein Theater besucht habe, was wohl auch damit zusammenhängt, dass meine Familie nicht sehr daran interessiert ist. Ich selbst aber fand das Theater an sich schon immer spannend, da ich damit denn Gedanke von extremsten Mitfühlens und –Erlebens assoziierte. Es mag pathetisch klingen, doch ich stelle mir vor, dass die Schauspieler eine Art Verbildlichung unserer Gefühle und somit auch unserer Zeit sein können. Obwohl wir mit unserem und dem vergangenem Jahrhundert eher Filme und deren Schauspieler verbinden, sehe ich den Ursprung von wahrhaftigen Emotionen im Theater.
„Alte Schule“ könnte man sagen, doch das wäre eine irrtümliche Bezeichnung für eine Branche, die sich fortlaufend entwickelt und neu definiert. Ein Beispiel dafür wäre das Improvisationstheater, das ein paar Freunde von mir oft und mit grossem Enthusiasmus besuchen. In unserer Klasse gibt es gleich ein Paar, die ins Theater gehen und auf deren Vorführung ich sehr gespannt bin.
Vorfreude auf den anstehenden Theaterbesuch mit der Halbklasse ist genauso vorhanden wie auf das Pausentheater. Ich erhoffe mir von diesem Semester, dass nachher meine bis jetzt unbegründete Begeisterung erhalten, oder sogar gesteigert wird. Beim Einschätzen meiner eigenen Qualität als Schauspieler bin ich eher vorsichtig, da ich bis anhin noch gar keine Erfahrungen gesammelt habe – abgesehen von Primarschulaufführungen. Eventuell wird das dann innerhalb dieses Semesters möglich sein, genau so wie das Sammeln von Basiswissen über Theater und Drama.
Verschiedene rhetorische Mittel – die nicht nur meiner Meinung nach zum Erfolg eines Stückes beitragen – sind mir noch nicht vollständig bekannt, doch auch Szenenbilder und Requisiten könnten einen kleinen Platz im Unterricht bekommen, nur schon hinsichtlich unserer künstlerischer Schule. Auch ist mir klar, dass Theorie genauso dazugehört, was mir nicht weiter schlimm erscheint, da dass nur zur Verbesserung der Praxis beitragen kann.
„Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben. Darum singe, lache, tanze und liebe ... und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens, bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.“ (Charlie Chaplin)
Das war in etwa das, was mir immer durch den Kopf schiesst, wenn das Thema Theater aufkommt. Gerade so dramatisch wie das Zitat von Charlie Chaplin wird der Unterricht hoffentlich nicht sein – aber vielleicht wird es den einen oder anderen die Freude am Theater weitergeben.
Dass liegt vermutlich daran, dass ich bisher noch nie ein Theater besucht habe, was wohl auch damit zusammenhängt, dass meine Familie nicht sehr daran interessiert ist. Ich selbst aber fand das Theater an sich schon immer spannend, da ich damit denn Gedanke von extremsten Mitfühlens und –Erlebens assoziierte. Es mag pathetisch klingen, doch ich stelle mir vor, dass die Schauspieler eine Art Verbildlichung unserer Gefühle und somit auch unserer Zeit sein können. Obwohl wir mit unserem und dem vergangenem Jahrhundert eher Filme und deren Schauspieler verbinden, sehe ich den Ursprung von wahrhaftigen Emotionen im Theater.
„Alte Schule“ könnte man sagen, doch das wäre eine irrtümliche Bezeichnung für eine Branche, die sich fortlaufend entwickelt und neu definiert. Ein Beispiel dafür wäre das Improvisationstheater, das ein paar Freunde von mir oft und mit grossem Enthusiasmus besuchen. In unserer Klasse gibt es gleich ein Paar, die ins Theater gehen und auf deren Vorführung ich sehr gespannt bin.
Vorfreude auf den anstehenden Theaterbesuch mit der Halbklasse ist genauso vorhanden wie auf das Pausentheater. Ich erhoffe mir von diesem Semester, dass nachher meine bis jetzt unbegründete Begeisterung erhalten, oder sogar gesteigert wird. Beim Einschätzen meiner eigenen Qualität als Schauspieler bin ich eher vorsichtig, da ich bis anhin noch gar keine Erfahrungen gesammelt habe – abgesehen von Primarschulaufführungen. Eventuell wird das dann innerhalb dieses Semesters möglich sein, genau so wie das Sammeln von Basiswissen über Theater und Drama.
Verschiedene rhetorische Mittel – die nicht nur meiner Meinung nach zum Erfolg eines Stückes beitragen – sind mir noch nicht vollständig bekannt, doch auch Szenenbilder und Requisiten könnten einen kleinen Platz im Unterricht bekommen, nur schon hinsichtlich unserer künstlerischer Schule. Auch ist mir klar, dass Theorie genauso dazugehört, was mir nicht weiter schlimm erscheint, da dass nur zur Verbesserung der Praxis beitragen kann.
„Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben. Darum singe, lache, tanze und liebe ... und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens, bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.“ (Charlie Chaplin)
Das war in etwa das, was mir immer durch den Kopf schiesst, wenn das Thema Theater aufkommt. Gerade so dramatisch wie das Zitat von Charlie Chaplin wird der Unterricht hoffentlich nicht sein – aber vielleicht wird es den einen oder anderen die Freude am Theater weitergeben.
Samstag, 8. Januar 2011
Beatles als Eigentherapie (Terza Rima – nicht metrisch)
Hey Jude, was soll ich tun?
Get back mein altes Ich
Michelle wird’s nicht bereun.
Here comes the sun und ruft.
„Please, Anna, go to him!“
Doch Yesterday ’ne Kluft.
Und Twist and Shout wie Echos
Hello, Goodbye, mein Ich
Hey Jude was ist nur los?
Bibliothek (Rubai - metrisch)
Die Wolken ziehen schnell vorbei
Das Lächeln durch die Dichterei
Und neben mir das Leben auch
Und Staub wie Schnee – ja, ich bin frei!
Ich bitte sie, angesichts den Notenumständen und des ersten Gedichtes diesen Blog nicht zu bewerten.
Hey Jude, was soll ich tun?
Get back mein altes Ich
Michelle wird’s nicht bereun.
Here comes the sun und ruft.
„Please, Anna, go to him!“
Doch Yesterday ’ne Kluft.
Und Twist and Shout wie Echos
Hello, Goodbye, mein Ich
Hey Jude was ist nur los?
Bibliothek (Rubai - metrisch)
Die Wolken ziehen schnell vorbei
Das Lächeln durch die Dichterei
Und neben mir das Leben auch
Und Staub wie Schnee – ja, ich bin frei!
Ich bitte sie, angesichts den Notenumständen und des ersten Gedichtes diesen Blog nicht zu bewerten.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Alternierende sieben- und fünfsilbige Verszeilen
Die roten Vorhänge sind
Edel, oder gar
Anmutend in ihrer Form.
Rot wie frisches Blut.
Vergossen auf Treppen des
Reichsten Schlosses, doch
Halt! dann müssten die schönen
Vorhänge blau sein.
Spezielle Silbenzählung (3, 6, 1, 4, 8, 4, 1, 6, 3)
Oh, sieh nur:
Ich sehe dich endlich
So
Wie ich es mir
Schon immer gewünscht habe und
Du bist sogar
Noch
Schöner als ich’s mir vor-
Gestellt hab.
Bitte, geh
Nicht fort, bleibe bei mir.
Ich
Will nicht allein
Durch die dunklen Gänge schleichen,
die mir niemals
den
richtigen Weg weisen.
Oh, sieh nur:
Anapästischer Hexameter
Und wenn sowieso alles schief läuft dann hasst du mich allein.
Unerkannt werde ich mich davon schleichen, du aber nicht
Aber lass mich in Ruhe, wenn niemand mehr aufblühen wird.
Fortgeschickte sind ewig fort, ich bald auch, glaube es nur.
Daktylische Pentameter (Vier Daktylen und ein Spondeus)
Lebende Bücher, ein Traum, so unmöglich und ewig.
Atmende Leiber aus Leder. Papier und sogar Leim
Hält sie zusammen und Tinte ist Leben dazwischen.
Kurz scheint es möglich, der Sagentraum, bald schon er erwacht.
Die Gedichte mit dem Silbenzählen gefielen mir sehr gut, doch mit dem Anapäst und dem Daktylus fielen mir schwer und ich bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob sie so stimmen. Man merkt vermutlich auch, dass der Sinn der unteren beiden sehr aus der Luft gegriffen war. Das war, weil ich mich völlig eingeschränkt fühlte.
Darum will ich, dass dieser Blog nicht bewertet wird.
Die roten Vorhänge sind
Edel, oder gar
Anmutend in ihrer Form.
Rot wie frisches Blut.
Vergossen auf Treppen des
Reichsten Schlosses, doch
Halt! dann müssten die schönen
Vorhänge blau sein.
Spezielle Silbenzählung (3, 6, 1, 4, 8, 4, 1, 6, 3)
Oh, sieh nur:
Ich sehe dich endlich
So
Wie ich es mir
Schon immer gewünscht habe und
Du bist sogar
Noch
Schöner als ich’s mir vor-
Gestellt hab.
Bitte, geh
Nicht fort, bleibe bei mir.
Ich
Will nicht allein
Durch die dunklen Gänge schleichen,
die mir niemals
den
richtigen Weg weisen.
Oh, sieh nur:
Anapästischer Hexameter
Und wenn sowieso alles schief läuft dann hasst du mich allein.
Unerkannt werde ich mich davon schleichen, du aber nicht
Aber lass mich in Ruhe, wenn niemand mehr aufblühen wird.
Fortgeschickte sind ewig fort, ich bald auch, glaube es nur.
Daktylische Pentameter (Vier Daktylen und ein Spondeus)
Lebende Bücher, ein Traum, so unmöglich und ewig.
Atmende Leiber aus Leder. Papier und sogar Leim
Hält sie zusammen und Tinte ist Leben dazwischen.
Kurz scheint es möglich, der Sagentraum, bald schon er erwacht.
Die Gedichte mit dem Silbenzählen gefielen mir sehr gut, doch mit dem Anapäst und dem Daktylus fielen mir schwer und ich bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob sie so stimmen. Man merkt vermutlich auch, dass der Sinn der unteren beiden sehr aus der Luft gegriffen war. Das war, weil ich mich völlig eingeschränkt fühlte.
Darum will ich, dass dieser Blog nicht bewertet wird.
Sonntag, 12. Dezember 2010
Tetrameter
Vierzeilern mit regulären achtsilbigen jambischen Tetrametern:
Die Bäume, kahl und unberührt,
So unantastbar, grau und kalt,
Berühren mich nur dann und wann,
Wenn ich im Sommer welche seh.
Im Winter mag es passend sein;
Sie fallen in den tiefen Schlaf
Und niemand wagt zu wecken, denn
Die Träume fallen leise weiss.
Doch wenn das warme Sonnenlicht
Durch Kronendächer fällt auf nichts,
Ein Nichts, das schläft, verloren träumt,
Allein inmitten voller Pracht.
Dann hoffe ich in Winternacht,
Dass draussen grüne Bätter hell
Im kalten Winde fortbestehn,
Erinnernd an die Sonnenzeit.
Vierzeiler mit alternierenden jambischen Tetrametern und Trimetern:
Zwei Kinder auf der Strasse, Hand in Hand
Und jeder senkt den Blick
Denn nicht umsonst nennt man sie Tod
Naiv in Kindsgestalt.
Sie laufen fröhlich, absichtslos
wer gehen muss, der kommt,
Zu ihnen, ohne Angst und gibt
Die Hand, dass Leben hin.
Und gehen weiter, Schritt für Schritt.
’Ne schöne Art, nicht wahr?
Zu gehen ohne Angst im Herz,
Nur Hand in Hand mit - uns?
Vierzeiler mit trochäischen Tetrametern:
Unter meiner warmen Decke
Sind die Träume gut versteckt.
Hüten sich gesehen zu werden
Bis die Nacht anbricht.
Farben füllen dann den Himmel
Tanzen bis zum Horizont
Leuchtend, und das Morgengrauen
Scheint für ewig so gebannt.
Die Bäume, kahl und unberührt,
So unantastbar, grau und kalt,
Berühren mich nur dann und wann,
Wenn ich im Sommer welche seh.
Im Winter mag es passend sein;
Sie fallen in den tiefen Schlaf
Und niemand wagt zu wecken, denn
Die Träume fallen leise weiss.
Doch wenn das warme Sonnenlicht
Durch Kronendächer fällt auf nichts,
Ein Nichts, das schläft, verloren träumt,
Allein inmitten voller Pracht.
Dann hoffe ich in Winternacht,
Dass draussen grüne Bätter hell
Im kalten Winde fortbestehn,
Erinnernd an die Sonnenzeit.
Vierzeiler mit alternierenden jambischen Tetrametern und Trimetern:
Zwei Kinder auf der Strasse, Hand in Hand
Und jeder senkt den Blick
Denn nicht umsonst nennt man sie Tod
Naiv in Kindsgestalt.
Sie laufen fröhlich, absichtslos
wer gehen muss, der kommt,
Zu ihnen, ohne Angst und gibt
Die Hand, dass Leben hin.
Und gehen weiter, Schritt für Schritt.
’Ne schöne Art, nicht wahr?
Zu gehen ohne Angst im Herz,
Nur Hand in Hand mit - uns?
Vierzeiler mit trochäischen Tetrametern:
Unter meiner warmen Decke
Sind die Träume gut versteckt.
Hüten sich gesehen zu werden
Bis die Nacht anbricht.
Farben füllen dann den Himmel
Tanzen bis zum Horizont
Leuchtend, und das Morgengrauen
Scheint für ewig so gebannt.
Sonntag, 14. November 2010
Inventurgedicht
Meine Agenda,
schwarz eingebunden,
den Gummizug
drumherum gespannt.
Das Lesezeichen
zwischen den linierten,
gebleichten Seiten
erinnert mich
an Termine
und sonst an Sachen,
die ich vor anderen
sicher verwahre.
Zuhinderst ein Fächlein,
leer, denn
ich habe nichts,
was ich reintun könnte.
Viele leere Seiten,
bereit, gefüllt zu werden
von den schwarzen Wörtern
meines Kugelschreibers.
Kurz noch zum Thema Dichten: Ich verbinde damit vor allem Songtexte und die Melodie in einem Gedicht. Mir gefällt diese Art von Poesie sehr, denn es ist spannend, wie ergreifend ein paar „wohlproportionierte“ Worte sein können. Dabei kommt es mir mehr darauf an, wie es klingt, und nicht, ob es gereimt ist. In der vorherigen Schule behandelten wir auch einmal das Thema Rezitieren und es hat mir sehr gefallen, auch wenn wir den „Belsazar“ vortragen mussten. Von da habe ich auch noch ein Buch mit verschiedensten Gedichten – „Wort und Zauberwort“ – aus dem ich noch gerne ein sehr schönes anfügen möchte:
Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.
Mascha Kaléko
schwarz eingebunden,
den Gummizug
drumherum gespannt.
Das Lesezeichen
zwischen den linierten,
gebleichten Seiten
erinnert mich
an Termine
und sonst an Sachen,
die ich vor anderen
sicher verwahre.
Zuhinderst ein Fächlein,
leer, denn
ich habe nichts,
was ich reintun könnte.
Viele leere Seiten,
bereit, gefüllt zu werden
von den schwarzen Wörtern
meines Kugelschreibers.
Kurz noch zum Thema Dichten: Ich verbinde damit vor allem Songtexte und die Melodie in einem Gedicht. Mir gefällt diese Art von Poesie sehr, denn es ist spannend, wie ergreifend ein paar „wohlproportionierte“ Worte sein können. Dabei kommt es mir mehr darauf an, wie es klingt, und nicht, ob es gereimt ist. In der vorherigen Schule behandelten wir auch einmal das Thema Rezitieren und es hat mir sehr gefallen, auch wenn wir den „Belsazar“ vortragen mussten. Von da habe ich auch noch ein Buch mit verschiedensten Gedichten – „Wort und Zauberwort“ – aus dem ich noch gerne ein sehr schönes anfügen möchte:
Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.
Mascha Kaléko
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