Donnerstag, 1. April 2010

Meine Grossmutter - Eine Person, die mich beeindruckt hatte

1950 – Das KV war eine Männerdomäne: Frauen wurde gesagt, dass ihr Platz hinter dem Kochherd sei. Was nützt einer Frau schon eine Grundausbildung wenn sie eh bald heiraten wird? Meine Grossmutter war da anderer Meinung, und dass ist auch der Grund, warum ich sie für meinen Blogeintrag gewählt habe. Sie war eine der wenigen, die anno damals das KV gemacht hatten – und darum einen sicherlich nicht leichten Weg gegangen sind. Verwunderung bis Abneigung seien die Emotionen gewesen, die ihr entgegenkommen sind. Doch schlussendlich, so erklärte sie mir, sei sie sehr froh, dass sie das KV gemacht habe. Es brachte ihr neben kleinen Rückschläge grosses Lob, Respekt und ein grosses Wissen ein. Das hat mich sehr beeindruckt, da ich das als einen unglaublich grossen und sicher auch schwierigen Schritt erachte, dass man sich dem Strukturdenken widersetzt.

Nach dem KV lernte sie meinen Grossvater kennen, heiratete ihn und ging ihr mit dem Wissen und dem Branche-Kenntnissen mit den Büroarbeiten zur hand. Aus der Ehe gingen drei Knaben hervor, einer davon mein Vater. Heute sehe ich meine Grossmutter als eine fürsorgliche und willenstarke Frau, die ihren eigenen Weg gegangen ist. Und auch wenn sie nicht einer der ersten war und auch nicht schlussendlich einen Beruf weiterverfolgt hatte, ist sie mir in dem Sinne ein Vorbild, dass sie ihren eigenen Weg gegangen ist und sich nicht von ihrem Vorhaben hat abbringen lassen.

Sonntag, 28. März 2010

Geschichte zum Wort "beiden"

"beiden"
(Anne Franks Tagebuch, Seite 37, Wort 17)

Die beiden Frauen standen neben einander, schwarze Mäntel um ihren Körper geschlungen. Die eine gross und aufrichtig, die andere schmächtig und zart. Die Kälte zwischen den beiden war greifbar. Pures Eis, das sie voneinander trennte. Und ein Grab vor ihnen, das seelenruhig in die Welt hinaussah.
„Hier sind wir.“ Die grössere Frau bändigte ihr gelocktes, zorniges Haar und lies beiläufig jenen Satz fallen.
Die kleinere nickte nur. „Hier sind wir wohl.“
„Hat es dich auch so erschüttert, dass sie gegangen ist?“
Die Antwort wurde ihr entgegengestossen wie ein spitzes Schwert.
„Im Gegensatz zu unserem Verhältnis war das meine zu unseren Eltern sehr gut.“
„Komm schon Emilie, sei nicht so grantig. Sie ist immerhin gestorben. Ma hätte nicht gewollt, dass wir uns an ihrem Grabe streiten.“
Emilie schüttelte den Kopf, eine Miene auf der Verachtung und Trauer sich um den Loge-Platz stritten.
„Lass mich einfach in Ruhe, Marianne.“
Marianne sah ihre kleine Schwester an. Sie schien plötzlich zu schrumpfen, ihre Grösse verschwand, ihr Blick wurde alt, Entschuldigungen klebten an ihm. Enttäuschung.
„Und du willst mir immer noch nicht vergeben? Nach all den Jahren?“
Emilies Blick war starr in die Ferne gerichtet, doch er wurde weicher. Schmirgelpapier des feinsten Grades. Doch sie musste noch ein bisschen weiter an dem Gewissen ihrer Schwester schleifen. Jeder will sich der Zuneigung sicher sein. Jeder sucht aufrichtige Geborgenheit. Und so schwieg Emilie.
„Es würde dir sicher gut tun, mich von neuem kennen zu lernen.“ Mariannes Stimme war flehend.
„Und was ist, wenn du dich nicht geändert hast? Wenn du mich wieder und wieder im Stich lassen wirst? Mir gegenüber unehrlich sein wirst? Was ist dann?“
„Ein Risiko muss man eingehen. Aber dass ich überhaupt hier bin, heisst doch schon viel, nicht?“
Und da hatte sie Recht. Emilie sah in Mariannes Augen, zum ersten Mal seit langem. Und sah was sie sehen musste. Ein Lächeln zerrte an ihren Lippen. Die beiden Schwestern fielen sich -


„Was schreibst du da?“
Emilie sah auf, die Feder verharrte wartend über dem Papier. Das Bild konnte widersprüchlicher nicht sein: Ein kleines Mädchen, die Haare straff nach hinten zu einem Pferdeschwanz gebunden sah zu ihrer grossen Schwester auf, die kaugummikauend sich durch ihres offene Haar fuhr, desinteressiert. Das Mädchen sah auf das Papier hinunter, auf das sich unbemerkt ein Tintentropfen niedergelassen hatte. Sie lächelte verträumt und sagte:
„Nur eine Geschichte.“
Und dann noch zur Tür, die schon lange ihre Schwester hinter sich zugeschlagen wurde:
„Eine Geschichte von uns beiden.“

Sonntag, 14. März 2010

Joker

Für diesen Blogeintrag, verwerte ich meinen Joker.

Sonntag, 7. März 2010

"Axolotl Roadkill"

„Axolotl Roadkill“ – hinter jenem Titel erwartet man vieles, aber nicht das: Mifti beschreibt, Slang vermischt mit hochgestochener Sprache um sich werfend, ihre Gesellschaft und lässt nichts aus, weder Bisexualität, noch Drogen. Zentrales Problem stellt hier ihre Mutter dar, von der aber in unserem Textstück nur vage die Rede gewesen war. Um ehrlich zu sein, ich habe mir mehr von dem Buch versprochen, wo es doch von der Presse in den höchsten Tönen gelobt worden ist. Die Geschichte inhaltlich fand ich spannend und anspruchsvoll.

Drogen und Sex. Ein Thema im Visier unserer Zeit. Viele Jugendliche kommen mit ihnen im Kontakt, wie Mifti. Gleich zu Beginn wird man in die Geschichte hineingezogen, ohne jegliche Orientierung und tastet sich langsam an das Leben Miftis heran. In verschiedenen geschickt verflechteten Situationen lernt man ihre Familie und ihre Drogenexzesse kennen. Manches wird nur sehr undeutlich erklärt, andere unwichtige Dinge werden in den Vordergrund gedrückt, ein Spiel, das eigentlich die Vorstellungskraft herausforden sollte.

Doch die Art, wie Helene Hegemann Mifti eine Stimme verleiht, zerstört für mich alles. Diese Jugendsprache, gemischt mit intelligent wirkenden Ausdrücke, zu ellenlangen Sätzen aufeinandergetürmt, verworren, das sollte vielleicht den Anschein geben, als wäre die Protagonistin von ihrer Umwelt „versaut“, aber doch blitzt ihre Intelligenz ab und zu durch. Doch für mich war das oft anekelnd, verwirrend und aufwühlend. Es wirkt für mich sehr kindisch, wobei ich aber bemerken muss, das es auch Passagen gibt, bei denen eine gewisse literarische Eleganz vorhanden ist. Jedoch würde ich nicht aus freien Stücken dieses Buch lesen. Auch nicht, da der Autorin verschiedene Arten des Plagiats vorgeworfen wurden, wie zum Beispiel Abschreiben ganzer Passagen eines Buches von einem Blogger. Nur schon wegen dem wirkt ihr Schreibstil sehr aufgesetzt und unehrlich. Mir ist natürlich bewusst, dass die Art, wie die Autorin schreibt, den Zustand Miftis besser präsentieren soll und das passt eigentlich auch recht gut, doch mir erscheint es schlichtwegs unlogisch, dass man ewig in jener „Mir-geht’s-scheisse-ich-bin-überhaupt-nicht-gut-drauf“-Phase verweilt. Jenes pubertäre Stadium wirkt auch sehr überzeichnet und da Helene Hegemann vermutlich selbst nie mit Drogen in Kontakt gekommen ist, bezweifle ich, dass „Axolotl Roadkill“ nichts anderes als Prosa ohne jeglichen authentischen Hintergrund ist. Ich persönlich hätte möglicherweise das Buch gelesen, wenn ich jene Details um die Autorin nicht gekannt hätte und wenn Helene Hegemann einen anderen, authentischeren Stil benutzt hätte.

Sonntag, 24. Januar 2010

Fehlermeldung

Beim Reinstellen des Blogeintrages ergab sich mehrmals jene Fehlermeldung:

"Ihr Tag is not allowed: META-Code kann nicht übernommen werden."

Ich werde es noch ein paarmal versuchen, aber sonst ist das hier meine Entschuldigung für das Fehlen meines Blogs.

Sonntag, 17. Januar 2010

Vortrag Emanuele, Cécile, Lukas

Am Donnerstag gestalteten Emanuele, Cécile und Lukas eine Deutschlektion, die wie folgt ablief: Zuerst begrüsste uns Cécile und stellte uns die Themen des Vortrags vor. Dann fasste Emanuele die Geschichte zusammen, darauf folgte Lukas mit der Vorstellung des Autors und dann kam Cécile mit der Interpretation. Schlussendlich gab es noch eine Diskussion. Die Gliederung des Ablaufes hat mir gefallen, es blieb immer übersichtlich. Was mir auch gefallen hatte, war, dass die drei immer wieder Fragen in die Runde geworfen hatte, sodass man dem Vortrag aufmerksam folgte. Was für mich leider ein bisschen Pech war, ist, dass sie als Diskussionsthemen solche genommen hatten die viel mit Reisen zu tun hatten, so dass ich nicht viel mitreden konnte.

Ich möchte nun zu den einzelnen Personen ein Statement beziehen:

Emanuele
Emanuele hat während seiner Zusammenfassung immer wieder witzige Einschübe gemacht, was ich als angenehm empfand. Was etwas schade war, ist, dass er ein bisschen unsicher wirkte, was wahrscheinlich de Grund war, warum seine Aussprache etwas undeutlich war. Auch, dass er einige Namen nicht richtig ausgesprochen hatte, war schade. Sonst fand ich seinen Auftritt solide und die Geschichte war verständlich zusammengefasst. Leider trat er nach seinem Auftritt zu sehr im Hintergrund.

Lukas
Was ich sehr gut fand, ist, dass er viele Medien genützt hat, wie zum Beispiel die Aufnahme. Auch hat er sehr frei und locker gesprochen, was mancher vielleicht nicht gedacht hätte. Sein Blickkontakt war beständig und er hörte Cécile, Emanuele und bei der Diskussion jener der sprach auch aufmerksam zu. Er blieb die meiste Zeit auch sehr locker, manchmal schlichen sich ein paar Unsicherheiten ein.

Cécile
Meiner Meinung nach kann man an Cécile nichts aussetzten. Sie hat souverän vorgetragen, ihre Aussprache war klar und deutlich, man merkte ihr fast keine Nervosität an. Auch merkte ich, dass sie sich mit dem Text auseinandergesetzt hat und dass ihre Interpretation immer nahe am Text blieb. Auch Blickkontakt und ihre Lockerheit vermittelten, dass sie genau wusste, wovon sie sprach. Zwei Daumen hoch!

Abschliessend will ich sagen, dass mir den Vortrag gut gefallen hatte. Er war abwechslungsreich, und das bei einer Geschichte, die vielleicht nicht jedem gelegen wäre.

Sonntag, 10. Januar 2010

Joker

Für diesen Blogauftrag nehme ich mir einen Joker.